Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur

Get access Subject: Jewish Studies
Edited by: Dan Diner

Von Europa über Amerika bis zum Vorderen Orient, Nordafrika und anderen außereuropäischen jüdischen Siedlungsräumen erschließt die Enzyklopädie die neuere Geschichte der Juden von 1750 bis 1950.

Rund 800 Stichwörter präsentieren den Stand der internationalen Forschung und entwerfen ein vielschichtiges Porträt jüdischer Lebenswelten - illustriert durch viele Karten und Abbildungen. Übergreifende Informationen zu zentralen Themen vermitteln ca. 40 Schlüsselartikel zu Begriffen wie Autonomie, Exil, Emanzipation, Literatur, Liturgie, Musik oder Wissenschaft des Judentums. Die Enzyklopädie stellt Wissen in einen Gesamtkontext und bietet Wissenschaftlern und Interessierten neue Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur. Ein herausragender Beitrag zum Verständnis des Judentums und der Moderne.

Die Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur Online basiert auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur von J.B. Metzler Verlag (2011–2015), herausgegeben von Dan Diner.

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Ladino

(2,967 words)

Author(s): Bunis, David M.
Jüdische Sprache, die sich im mittelalterlichen Spanien durch Kontakt zwischen Juden, iberoromanischen Spaniern und arabischsprachigen Mauren entwickelte ( Sepharad). Nach der Vertreibung der Juden von der Iberisc…

Landjuden

(3,005 words)

Author(s): Richarz, Monika
Wenngleich Juden als Stadtbewohner schlechthin gelten, lebten große Teile der jüdischen Bevölkerung in der Neuzeit auf dem Land. So handelte es sich bei den Juden des Alten Reichs zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert mehrheitlich um Landbewohner. Besonders im deutschsprachigen Raum waren Landjuden ein verbreitetes Phänomen; sie unterschieden sich als solches auch von den teilweise in Gutsbezirken des östlichen Europa ansässigen Juden. 1. Ursprung und Rechtsstatus in der frühen Neuzeit Im Spätmittelalter aus vielen Städten des Heiligen Römischen Reichs vertrieben, war es Juden zunäch…

Lebensgeschichte

(2,613 words)

Author(s): Ehrensperger, Florian
Titel der Autobiographie des Philosophen und jüdischen Aufklärers Salomon Maimon (1753–1800), die 1792 und 1793 von Karl Philipp Moritz in zwei Teilen herausgegeben wurde. Maimon schildert in seiner Lebensgeschichte, wie ihn der »ächte Trieb nach Wissenschaft« (so Moritz in seiner Vorrede) von Polen-Litauen nach Berlin brachte, wo er sich am wissenschaftlichen Diskurs seiner Zeit beteiligte und die Entwicklung der nachkantischen Philosophie maßgeblich beeinflusste. Er entwickelte eine eigenständige philosophische Position,…

Lebensphilosophie

(2,057 words)

Author(s): Hotam, Yotam
Der Ausdruck »Lebensphilosophie« bezeichnet eine Denkform, die für das Verständnis eines breiten Spektrums an wissenschaftlichen, künstlerischen und spirituellen Phänomene…

Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums

(14 words)

s. Hochschule für die Wissenschaft des Judentums

Leipzig

(3,685 words)

Author(s): Held, Steffen
Bei der Entwicklung Leipzigs zur Großstadt kam dem Messehandel und insbesondere dem Pelzgeschäft eine tragende Bedeutung zu. Eine zentrale Straße der Stadt, der Brühl, wurde zum Synonym fürdie Leipziger Rauchwarenbranche und ihr weltweites Ansehen. J…

Lemberg

(2,126 words)

Author(s): Mick, Christoph
Die jüdische Bevölkerung Ostgaliziens geriet im Herbst 1918 zwischen die Fronten der polnischen und ukrainischen Staatsbildungsvorhaben. In Lemberg (poln. Lwów, ukrain. L’viv), bis dahin die Hauptstadt des habsburgischen Kronlands Galizien und Lodomerien, übernahm am 1. November der dort angesiedelte Ukrainische Nationalrat die Macht. Ukrainische Soldaten besetzten die wichtigsten strategischen Punkte in der Stadt, trafen aber auf den Widerstand der polnischen Bevölkerungsmehrheit. Nach dreiwöch…

Leo Baeck Institute

(3,456 words)

Author(s): Nattermann, Ruth
Bedeutendste Dokumentations- und Forschungseinrichtung für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums mit Standorten in Jerusalem, New York und London. Das Leo Baeck Institute (LBI) wurde im Jahr 1955 von Vertretern des Council of Jews from Germany mit Mitteln der Claims Conference in Jerusalem gegründet. Benannt ist es nach dem Rabbiner Leo Baeck (1873–1956), der zentralen Persönlichkeit des deutschen Judentums und ehemaligen Vorsitzenden der Reichsvertretun…

Levi’s

(1,671 words)

Author(s): Kahn, Ava F.
Aus Denim oder Baumwolldrillich hergestellte Arbeitshose, die der in Deutschland geborene Jude Levi Strauss seit 1873 in San Francisco produzierte. Das Kleidungsstück wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einer kulturellen Ikone und gilt bis heute als Inbegriff der Jeans. Die Erfolgsgeschichte der »Levi’s« kann zugleich als Geschichte der jüdischen Beteiligung an der Erschließung und Besiedlung des amerikanischen Westens gelesen werden. 1. Die Erfindung der »Blue Jeans« Die Erfindung des heute als »Blue Jeans« bekannten Kleidungsstücks geht auf Levi Strauss (1…

Levittown

(2,273 words)

Author(s): Soltes, Ori Z.
Planstadt in Nassau County, Long Island, die zwischen 1947 und 1951 errichtet wurde und nach ihrem Gründer, dem jüdischen Bauunternehmer Abraham Levitt (1880–1962), benannt wurde. Die aus gleichförmigen, preisgünstigen Einfamilienhäusern bestehende Siedlung gilt als Inbegriff des modernen Suburb in den Vereinigten Staaten und diente als Vorbild für zahlreiche weitere Vorstadtsiedlungen. An Levittowns Geschichte lässt sich die Ende der 1940er Jahre einsetzende massive Wanderungsbewegung amerikanischer Juden aus den Stadtzentren in die Vorstädte nachzeichnen. 1. Gründung Levittown war die Erfindung von Abraham Levitt und dessen Söhnen William (1907–1994) und Alfred (1912–1966). Die Siedlung, die bei Fertigstellung 17 447 Häuser mit mehr als 82 000 Bewohnern aufwies, entstand auf der Brachfläche Island Trees auf Long Island, etwa 50 Kilometer östlich vor den Toren New Yorks gelegen. Seit der Jahrhundertwende waren weite Teile Long Islands für den Kartoffelanbau genutzt worden, doch seit den 1930er Jahren fiel die Ernte aufgrund von…