Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur

Get access Subject: Jewish Studies
Edited by: Dan Diner

Von Europa über Amerika bis zum Vorderen Orient, Nordafrika und anderen außereuropäischen jüdischen Siedlungsräumen erschließt die Enzyklopädie die neuere Geschichte der Juden von 1750 bis 1950.

Rund 800 Stichwörter präsentieren den Stand der internationalen Forschung und entwerfen ein vielschichtiges Porträt jüdischer Lebenswelten - illustriert durch viele Karten und Abbildungen. Übergreifende Informationen zu zentralen Themen vermitteln ca. 40 Schlüsselartikel zu Begriffen wie Autonomie, Exil, Emanzipation, Literatur, Liturgie, Musik oder Wissenschaft des Judentums. Die Enzyklopädie stellt Wissen in einen Gesamtkontext und bietet Wissenschaftlern und Interessierten neue Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur. Ein herausragender Beitrag zum Verständnis des Judentums und der Moderne.

Die Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur Online basiert auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur von J.B. Metzler Verlag (2011–2015), herausgegeben von Dan Diner.

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Urlinie

(1,638 words)

Author(s): Karnes, Kevin C.
Der Wiener Musiktheoretiker Heinrich Schenker (1868–1935) postulierte nach dem Ersten Weltkrieg eine von ihm als »Urlinie« bezeichnete imaginäre Melodielinie als die Grundsubstanz tonaler Musik. Schenkers Urlinientheorie ist Ausdruck eines Kulturkonservatismus, der mit dem Glauben an die Überlegenheit der Monarchie und der deutschen Kultur verknüpft war. Während des Nationalsozialismus wurde die Rezeption seiner Ideen unterdrückt. Viele seiner Adepten waren jüdischer Herkunft und flohen vor den …

Urteilskraft

(3,392 words)

Author(s): Knott, Marie Luise
Der Begriff der Urteilskraft geht im Wesentlichen auf Immanuel Kant zurück und bezeichnet eine der drei Erkenntnissphären neben Vernunft und Verstand. Ursprünglich im Zusammenhang mit Geschmacksurteilen verhandelt, wurde die Urteilskraft von der Theoretikerin Hannah Arendt (1906–1975) auf das Politische übertragen. Vor allem durch den im Nationalsozialismus erfahrenen äußeren Zwang des Terrors und den von innen losgelassenen Zwang ideologischen Denkens sah sie die Urteilskraft bedroht. In den 19…

Utopie

(2,575 words)

Author(s): Mendes-Flohr, Paul
Aus dem Griechischen stammender Begriff ( ou-tópos, Nicht-Ort) und Titel des 1516 veröffentlichten gleichnamigen Romans von Sir Thomas More (Morus), der imaginierte ideale politische Gemeinschaften bezeichnet. In der marxistischen Tradition war der Begriff lange Zeit negativ behaftet und wurde mit unrealistischen und naiven Vorstellungen assoziiert. Der Philosoph Ernst Bloch (1885–1977) nahm eine prominente Gegenposition ein und vertrat in seinem Werk, insbesondere dem Buch Geist der Utopie (1918), einen emphatischen, sowohl Elemente des christlichen als auch…